Beispielkonfiguration - Scovery 250

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Siemens Scovery 250 bzw. 260 werden in sehr großer Stückzahl bei eBay angeboten. Die Geräte stammen oft aus Behörden (z.B. BfA), sind also im allgemeinen sehr zuverlässige Arbeitsrechner. Bei Preisen zwischen 10..50€ (je nach Ausstattung) ist dieser Barebone unschlagbar günstig. Ein wenig Handarbeit vorausgesetzt, kann man (mehr oder minder) leicht einen wohnzimmertauglichen VDR aufbauen.

Dieser Artikel enstand/entsteht (hauptsächlich) durch die im VDR-Portal angeregte Diskussion Interessante VDR-Basis-Hardware.

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Inhaltsverzeichnis

Modifikationen

Festplatten ruhig stellen

Viele Platten vibrieren ziemlich stark (Unwucht == billiger). Man kann die Platte elastisch aufhängen, damit kein Körperschall auf das PC-Gehäuse übertragen wird. Dies kann aber einen negativen Einfluss auf die Zugriffsgeschwindigkeit verursachen. Außerdem reicht oft der Platz nicht aus. Alternativ kann mann ein schweres Gewicht in der Nähe der Platte montieren. Achtung: Kein Eisen wegen eventuellem Magnetfeld. Ein Kupfer- oder Zinkblock in der Form einer Festplatte ist sicher gut, aber wer kann das schon selbst anfertigen?

Eine alte defekte Festplatte gibt mit Blei ausgegossen ein hervorragendes Gewicht ab; ca. 2,1 kg (ja, Masse ich weiß..). Auch die Montage passt dann natürlich perfekt. Das Problem ist, woher das Blei nehmen? Wegen Rohas wird es in Zukunft kaum noch Blei zu kaufen geben.

Denkbare Beschaffungsquellen:

- Der örtliche Schützenverein
- Sanitär/Dachdeckerbetriebe (alte Bleirohre, Dachdeckerblei)
- Autowerkstätten/Reifenhändler (Auswuchtblei)

Wenn der 3 1/2" Schacht nicht benötigt wird, kann der für die Festplatte vorgesehenen Platz mit Gips oder Mörtel vollgegossen werden. Die Festplatte wird dann im 5 1/4" Schacht montiert. Bleistückchen oder ähnliches erhöhen das Gewicht, damit brummt nichts mehr.

Draufsicht auf Festplatte
Festplattenschacht mit Gips und Bleistückchen ausgegossen

Kühlungs-Mods

Der Originallüfter im Netzteil ist nicht ausreichend für eine Anwendung als VDR. Es gibt hier sicher sehr viele verschiede Lösungsansätze.

Bei Einsatz als VDR sollte man beachten, dass der Lüfter nicht den PCI Karten im Weg ist.

Auch kann der Platz für die untere PCI-Karte je nach Kühlkörper nicht ausreichen. Hier muss eventuell der Kühlkörper etwas modifiziert werden, z. B. Kühlrippen absägen oder fräsen. Bei einer DX3-Karte z. B. berührt der Kühlkörper bereits Bauteile auf der Platine! Das Ausmaß dürfte hier vom konkreten Kühlkörper abhängen.


Top Lüfter

Für einen kleinen Fileserver (kein VDR) wurden die Bleche oberhalb der CPU mit der Laubsäge so bearbeitet, dass ein 92 mm Lüfter Platz hat. Dieser ersetzt den original CPU-Lüfter und läuft mit nur 5 V (praktisch unhörbar). In den Bildern ist nur ein 80 mm Lüfter montiert. Der Gehäusedeckel muss natürlich auch ein Loch bekommen.

Mittlerweile ist ein 92 mm Lüfter montiert. Er läuft mit 4,3 V (5 V mit einer 1N4004 Diode in Serie). Man muss mit dem Ohr wirklich auf 5 cm herangehen, um überhaupt etwas zu hören. Die CPU ist im Leerlauf so gut wie kalt. mbmon zeigt ca. 22°C an. Beim Kernel-Build pendelt sich die CPU-Temperatur bei etwa 37°C ein.

Der Lüfter ist vom Typ: ADDA AD0912MB-A76GL. Ihn gibts bei Pollin (320177) um 1,65 €

80mm Lüfter
80mm Lüfter

Mit einer FF-Karte ist diese Lösung wahrscheinlich nicht kompatibel.

Front Lüfter

Für einen VDR ist es günstiger durch die Frontplatte zu entlüften. Somit bleibt die volle Länge für eine FF-Karte erhalten. Die Frontplatte hat an der Unterseite einen 5 bis 10 mm breiten Schlitz durch den die Luft austreten kann.

Die Bauhöhe reicht genau für einen 80 mm Lüfer hochkant hinter der Frontplatte. Dazu muss der Blechwinkel für den Karten-Slot entfernt werden (einfach nieten ausbohren). Der Floppy-Slot muss verschlossen werden. Dazu genügt es, das EMC-Schirmblech, das den unbenutzten Schacht abdeck, links und rechts mit der Gehäusefront zu verlöten. Der Lüfter wird nach dem Ausschnitt der Öffnung mit Gumminippeln an der Frontplatte befestigt.

Das Floppy-Montageblech muss im Bereich des Lüfters ausgeschnitten werden. Dabei darauf achten, dass die beiden Laschen erhalten bleiben, mit denen sich dieses Montageblech in den Winkel der Frontplatte einhakt.

Ich habe zusätzlich links und rechts vom Lüfter "Luftleitbleche" aus dicker Kunststofffolie angeklebt, die die Luftführung zum CPU-Kühlkörper verbessern.

80mm Front Lüfter
80mm Front Lüfter

Gehäuse

Um den Luftdurchsatz zu verbessern, sollte der Slotblendenrahmen Löcher bekommen. Natürlich geht das mit demontiertem Rahmen am Besten.

Tip: Blindnietzangen für die Wiedermontage gibt es im Baumarkt.

Gelochte Slotblende

Netzteil

Hinweis
Hinweis

Modifikationen am Netzteil sollten nur von Personen in Angriff genommen werden die über ausreichende Sachkenntnis im Umgang mit lebensgefährlichen Spannungen verfügen!

Fehlerhafte Arbeiten können zu ernsthafter Gefährdung von Personen und Eigentum führen (Sicherheit geht nun mal vor Lautstärke).


Die Netzteilkühlung kann durch Vergrössern der Kühlflächen für Primär- und Sekundärkreis verbessert werden. Die Sekundärkühlung ist an das Netzteilgehäuse geschraubt. Hier kann alternativ eine grosse Kühlplatte aus 2mm Alublech verwendet werden. Diese liegt dann zwischen Netzteil und Deckel und verbessert die Wärmeabgabe des Netzteils, wodurch auch der Lüfter deutlich leiser wird.

Beim Primärkühlkörper ist auf ausreichenden Abstand zu allen umliegenden Bauteilen und zum Gehäusedeckel zu achten. Dabei auch auf die Bauteile unter dem Kühlkörper auf der Platine achten.

Der original Kühlkörper des Primärkreises ist übrigends aus Kupfer und verzinnt.

Vergrösserter Primärkühlkörper
Vergrösserter Sekundärkühlkörper

Man kann die "Gitterstruktur" am Netzteillüfter entfernen. Dies reduziert zum einen den Luftwiderstand als auch Strömungsgeräusche. Der Unterschied in der Geräuschkullisse war beim Testgerät sehr deutlich. Man kann dann allerdings mit dem kleinen Finger (Kinder!!) das drehende Lüfterrad erreichen. Spannungsführenede Teile sind zum Glück nicht zu erreichen. Eventuell kann man ein sehr dünnes Fliegengitter o.Ä. zwischen Netzteil und Montageblech einsetzen.

Die Bilder unten zeigen noch eine weitere Variante des Sekundärkühlkörpers. Hierbei muss nichts gebogen werden. Der T-förmige Kühlkörper besteht aus 4 mm starkem Aluminium. Er wird im eingebauten Zustand leicht vom CPU-Lüfter mit angeblasen (siehe "Top Lüfter").

Aufpassen, dass der nach unten stehende Teil nicht zu groß wird und auf die Batterie oder einen der Stecker drückt. Die Schrauben, mit denen der Originalkühlkörper mit dem Netzteilgehäuse verbunden ist, sind natürlich zu kurz. M3 Schrauben passen nicht unbedingt, vermutlich ist das Gegengewinde auf Zollbasis. Passende Schrauben fanden sich in einem Schraubensortiment von Pollin. Zur Not vorsichtig einschrauben, dass das Gewinde nicht zu sehr beschädigt wird (Achtung Späne!). Wegen der Späne ist das nachschneiden des Gewindes auch mit Vorsicht zu geniesen.

Lüftergitter entfernt, vergrösserte Kühlkörper
Vergrösserter Sekundärkühlkörper

Sonstiges

AV Board

Trotz des beengten Bauraums passt auch ein AV Board in das Gehäuse. Dazu muss die Platine für die Soundanschlüsse entfallen. Bei Bild- und Tonausgabe über eine FF-DVB oder DRX3-Karte ist der Onboard-Sound aber entbehrlich. Ein Durchbruch für den SUB-D 25 Stecker des AV Boards ist bereits in der Rückwand vorhanden (wenn auch spiegelbildlich). Für weiter Durchbrüche sollte man vorsichtig vorgehen, da die Rückwand in diesem Bereich weiter vorgestanzte Durchbrüche aufweisst, die gerne ausbrechen. Da zwischen den Printplatten und dem Gehäuseteilen sehr wenig Abstand herrscht, sollte man das Gehäuse in diesem Bereich innen mit Folie isolieren.

AV Board Montage

IR-Empfänger

IR Sensor Montage

COM2

Hat jemand die Details zur Com2? Wird anscheinend für den Chipkarten-leser verwendet. Meine Boards haben keinen Stecker aufgelötet, aber das wäre ja keine Hindernis die COM2 für lirc zu verwenden. Ist nur 5V Pegel, aber das ist sogar besser für lirc. Ev. sind die Signale invertiert! Der Stecker ist CN3 (bei den RAM) für die S250 und CN28 für die S260 (mit K6).

Dort habe ich was gefunden: http://www.linux-hacker.net/cgi-bin/UltraBoard/UltraBoard.pl?Action=ShowPost&Board=scovery&Post=29&Idle=0&Sort=0&Order=1&Page=0&Session=

"This port seems to be configured to send TTL logic signals to a chip-card (smartdcard) reader. The RX/TX lines are high logic (+5V) while inactive. They transition to 0V when bits are being moved. This is inverted from RS232 and the wrong signal levels. A MAX232 could be used to invert and condition these signals so you could use a modem or such. On the other hand this port would be perfect for talking to a PIC1684, serial A/D, 4-line LCD, or other TTL serial device with no conditioning. The best use might be as a DSS emulator/programmer. The port will interface to the DSS plastic through a $2.50 socket and a $3.00 3.579MHZ oscillator with no PC bord required. Stick the socket and oscillator on a perfboard, hook up RX/TX and RTS plus the clock from the ocsillator and +5V/0V all available at CN26 on the Scovery. Mount it to the lugs behind the chipcard slot and viola, phoenix programmer! Run the SLE44 stuff from Comm1 and it would make a neatly packaged DSS H-card emulator. -bruce"

Und auch dort, aber das ist Polnisch: http://www.elektroda.pl/rtvforum/topic406781-60.html

Dort gibt es einen Hinweis auf einen nicht bestückten Stecker für IRDA und ev. USB (mit Bild). Der Platz ist dicht bei den USB Steckern und PCI.

Dort ist die Belegung des linken nicht bestückten Steckers (USB). http://www.elektroda.pl/rtvforum/topic406781-90.html

Sieht aus wie alle internen USB Stecker.

Probleme

DVB-Karten

Leider funktionieren nicht alle DVB-Karten in der Scovery. Um sicher zu gehen sollte man altbewährte Karten für dieses System wählen. Gerade neuere Karten scheinen nicht immer zu funktionieren.


normale V1.5/1.6 FF DVB-S

Eine ganz "normale" DVB-S-PCI-Karte Version 1.6 full-featured läuft im oberen Slot (m)eines Scovery 260 völlig problemlos. Eine 1.5 full-featured von TT läuft bei mir ebenfalls im oberen Slot eines Scovery 250 auch problemlos.


Nova "low profile" Variante (Nova-S SE model 135 / TT S1400)

Allem Anschein nach wird dieses Modell der Nova vom System nicht erkannt/unterstützt (weder unter Linux mit lspci, noch unter Windows). Das Problem scheint die Riser-Card zu sein, denn in einem anderen MSI-Mainboard mit exakt dem gleichem Chipsatz funktioniert sie.

Die "low profile" Variante der Nova (z.B. die Hauppauge Nova-S SE model 135 und baugleiche Modelle, wie die TT-Budget S1400) wäre wegen ihrer geringen Ausmaße die ideale Wahl für den unteren PCI-Slot der Scovery. Diese Budget-Karte ist nicht nur schmal sondern auch extrem kurz. Sie ragt nicht wie andere "low profile" Varianten (z.B. Twinhan oder Avermedia) über den PCI-Slot hinaus und ist somit dem unter Umständen großen CPU-Kühlkörper nicht im Weg.

Es wurde mit dem Mainboard ACER V66LT-2N getestet.

Nova-S SE, "low profile" (Hauppauge model 135, baugleich mit TT S1400)
Hier mal zum Vergleich eine andere "low profile" Variante (Avermedia AverTV DVB-T 771 PCI)

Auf dem linken Bild sieht man es deutlich: Die kleine Nova SE (Special Edition) ist im Gegensatz zur Karte im rechten Bild nicht länger als der PCI-Slot.

Ich habe mir auf Fotos weitere "low profile" Karten angesehen und keine mit dieser so kurzen Bauform gefunden. Außer der Nova habe ich keine andere "low profile" Variante getestet. Das Bild der Avermedia soll nur als Vergleich dienen.


TT S2300 / Nexus-S rev. 2.3

Laut Aussage einiger Benutzer des VDR-Portals, wird diese Revision der Fullfeatured-Karten von der Scovery ebenfalls nicht erkannt/unterstützt.


Avermedia AVERTV DVB-T 771 PCI (unterer PCI-Slot)

Zum Einbau der AVERTV 771 in den unteren PCI Slot der Scovery 250 muss der CPU Lüfter leicht versetzt werden und die beiden grünen Elkos der AVERTV auf die andere Seite der Platine umgelötet werden. Beim Umlöten der Elkos muss deren Polarität beachtet werden. Wie bereits unter "Netzteil" erwähnt funktionierte bei mir die Kombination aus Fujitsu Siemens DVB-C FF und AVERTV 771 DVB-T nur mit einem stärkeren 250W Netzteil. Mit dem original Netzteil lief die AVERTV sehr instabil.

AVERTV 771 DVB-T Elko Umbau, Einbau der AverTV 771 in den unteren PCI Slot der Scovery 250

Skystar 2

Diese Karte passt gerade mal so von den mechanischen Maßen (Achtung CPU Kühler!). Aber sie läuft wie geschmiert.

DVB-T Terratec Cinergy 1200

Neuere Versionen (z.B.: 2.0) läuft nicht. Die Karte wird nicht erkannt.


Netzteil / Stromzufuhr

Die Stromzufuhr des Netztteils kann unter Umständen nicht ausreichen. So berichtet ein Forumsmitglied des VDR-Portals (Trucki) im Scovery-Thread , dass er wegen seiner DVB-Karten (AVERTV 771 + FUSI DVB-C) ein normales ATX-Netzteil (250W) in seiner Scovery verbauen musste. Wie man sich vorstellen kann, ist dies wegen des beengten Bauraums ein heikles Unterfangen, aber scheinbar kein unlösbares Problem.

Das original Netzteil ist einem ATX Netzteil sehr ähnlich. Es hat lediglich andere Stecker und die 3,3V Stromversorgung ist nicht vorhanden. Die Pinbegung des AT Steckers des original Netzteils ist: ROT: +5V, WEIß: -5V, Schwarz: 0V, Blau: -12V, Gelb: +12V, Orange: +5V Power Good. Der kleine 3-polige Stecker hat folgende Pinbelegung: Schwarz: 0V, WEIß: PowerON, ROT: +5V Standby.

Original Scovery Netzteilstecker

Ein anderer Aspekt unter dem Titel Netzteil ist, dass das Gerät (hier ein Scovery 260) trotz abgeschaltetem Netzschalter (am Netzteil) permanent 5 W verbraucht.

Bei meinem 250er ist der Verbrauch 6 W wenn per Taster abgechaltet und 0W wenn der mechan. Schalter hinten auf '0' steht.

Beispielsysteme

Scovery 250 von PeterD
Scovery 250 von Seaman
Scovery 250 Schwarz/CafeAuLait Die Flecken auf der Front sind nur auf dem Foto. Hätte Eigentlich Schwarz/Silber werden sollen. FauthD

Ähnliche Systeme

IBM Aptiva 2134/J3A

Scheint das gleiche Mainboard zu haben, hat aber ein größeres Netzteil (Standard??)

http://www.geocities.jp/nmzdrysk/agz/pchb/hb66031222.htm

Links

  1. VDR Portal Thread zur Scovery 250/260
  2. Fujitsu-Siemens Supportseite
  3. Informationen zu RAM Speicher bei Intel BX Chipsatz
  4. Informationen zu PIII
  5. PIII Spec-Numbers (SL35D etc)
  6. PII und PIII
  7. Microcode-Update für Coppermine CPUs
  8. Jumper-Stellungen und Anschlüsse des Mainboards